12.10.2017 03:30 | Jana Kötter

Kindergarten in Burg-Gräfenrode: Ein neues Zuhause für 62 Kinder

Karben Geht es nach Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU), soll neben der Oberburg Burg-Gräfenrodes neuer Kindergarten entstehen. Doch noch ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern.

Arbeiten nur noch am Feinschliff: Bürgermeister Guido Rahn (CDU) und Architektin Zaklina Vlaski.
Arbeiten nur noch am Feinschliff: Bürgermeister Guido Rahn (CDU) und Architektin Zaklina Vlaski.

Drei quaderförmige Körper, verschiedene Ebenen, eine dezente Gestaltung: Der Neubau soll sich zurückhaltend in das Bild Burg-Gräfenrodes einfügen. „Unauffällig“ soll er seinen Platz in der Natur finden – so stellt sich Architektin Zaklina Vlaski den neuen Kindergarten in Burg-Gräfenrode vor. „Ich habe mich im Grundriss an der Wohnbebauung des Stadtteils orientiert“, sagt sie. In der gemeinsamen Planung mit Bürgermeister Guido Rahn (CDU) war damit schnell klar, dass im heutigen Pfarrgarten kein großer Kubus entstehen soll. „Auf keinen Fall wollen wir eine Konkurrenz zur Oberburg schaffen“, betont Vlaski.

Der einstöckige Grundriss ist in drei Baukörper gegliedert: einen für die Kinderkrippe, in der künftig zwölf Kinder unter drei Jahren ein neues Zuhause finden, einen weiteren für Personal, Leitung, Küche und einen 64 Quadratmeter großen Mehrzweckraum. Schreitet man durch diesen Bereich, so kommt man im Modul für zwei Kindergartengruppen an: Insgesamt 50 Drei- bis Sechsjährige können hier in zwei je 47 Quadratmeter großen Gruppenräumen spielen oder in einem 15 Quadratmeter großen Nebenraum basteln oder lesen.

Kuschelige Atmosphäre

Wichtig ist Vlaski auch, dass der knapp 25 Quadratmeter große Schlafraum multifunktional ausgerichtet ist: „Andernfalls würde er nur zwei Stunden am Tag genutzt werden, das wäre schade“, erklärt die Architektin. Also schwebt ihr eine Leseoase vor: mit Regalen voller Bücher und einer kuscheligen Atmosphäre, in die sich Kinder jederzeit zurückziehen können.

Auch darüber hinaus hat die Architektin viele eigene Ideen einfließen lassen: „Bei mir daheim etwa haben wir in diesem Sommer an jedem schönen Tag draußen gegessen“, erzählt sie. „Das wollte ich aufgreifen. Also wird es eine Sommer-Sitzecke geben, mit direkter Verbindung zur Küche. Innen- und Außenbereich sollen verschwimmen. Ich bin mir sicher, dass das etwas Besonderes wird.“

Bei Rathauschef Rahn kommt diese Idee gut an. Überhaupt habe die Zusammenarbeit gut geklappt – in Hochzeiten, direkt nach der Schließung der Oberburg als Standort für den Kindergarten „Zwergenburg“ im Juli (diese Zeitung berichtete), habe man sich einmal pro Woche getroffen. Für Rahn ist der aktuelle Entwurf der Favorit – und auch der anvisierte Standort im Pfarrgarten, auch wenn die ursprüngliche Kostenkalkulation von rund einer Million Euro aufgrund der gegebenen Hanglage nach oben korrigiert werden muss.

Treffen mit Anwohnern

Denn Plan B, ein stadteigenes Grundstück im Bindweidring, hätte drastische Folgen: Weil der Gemeinde aufgrund ihrer Größe durch die Landeskirche nur 50 Quadratmeter zustünden, müssten die Gebäude als Folge privatisiert werden, erklärt Rahn.

Durch den Verkauf des Grundstücks an die Stadt für rund 300 000 Euro könnte die Oberburg saniert werden, Oberburg und Lieselturm würden in Besitz der Kirche bleiben. Das Pfarrbüro könnte somit an seinem Platz bleiben, die Senioren mit ihrem Treffen in die unteren Räume ziehen und so die Wendeltreppe vermeiden. „Die Nutzung des Grundstücks wäre damit für die nächsten 20, 30 Jahre gesichert“, sagt Rahn.

Nichtsdestotrotz: Auch für den Bindweidring besteht ein Grundriss, der in großen Teilen dem Entwurf für den Pfarrgarten ähnelt. „Für uns als Stadt wäre das Prozedere sogar einfacher“, sagt Rahn. Denn mit Plan A ist Rahn nun auf Externe angewiesen: Der Kirchenvorstand hat einem Verkauf des Grundstücks bereits zugestimmt. Am 5. November soll die Gemeinde entscheiden. Geklärt werden müssen auch Fragen des Denkmalschutzes. „Wegen der Nähe zur Oberburg könnte es noch Vorgaben an das Gebäude geben“, erklärt Rahn – etwa das Flachdach könne kritisiert werden.

In nur acht Wochen sollen alle Fragen geklärt sein, auch ein Treffen mit den Anwohnern soll bis dahin stattgefunden haben. Die Resonanz sei überwiegend positiv, nur ein Anwohner habe bislang konkret Kritik geäußert. Eine Roggauerin habe den Beschluss, einen Kindergarten vor ihrer Haustür zu bauen, sogar ausdrücklich begrüßt.

Ebenfalls noch offen ist die Trägerschaft des neuen Kindergartens. Die Kirche will Träger bleiben und ihre Pläne dafür demnächst im Sozialausschuss vorstellen. „Es ist ein sportlicher Zeitplan“, weiß Rahn. Doch bis Jahresende sollen alle Fragen beantwortet sein.

Aktuell schätzt Rahn die Chancen für seinen Favoriten auf „90 Prozent“ ein. Die Stadt hat deshalb bereits erste Schritte eingeleitet: Im Ausschuss wurde bereits diese Woche beschlossen, den Bebauungsplan anzupassen – vorsorglich.

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